Als wir 2016 das erste Mal nach Bosnien kamen war uns weder bewusst was für ein schönes Land sich vor uns, den Touristen, verborgen hält, noch welche innerpolitischen und gesellschaftlichen Konflikte das Leben in Bosnien und Herzegowina immernoch, und gerade wegen seiner aufwühlenden jüngsten Geschichte, prägen. Während unseres diesjährigen Aufenthalts hatten wir das große Glück endlich alle Landesteile zu besuchen und mehr über dieses Land zu erfahren. Wir haben unglaublich gastfreundliche, liebenswürdige Menschen kennengelernt und großartige neue Freunde gefunden. Wir haben Hammer-Linien geklettert und unberührten Fels erschlossen. Wir haben aber auch Kriegsschäden gesehen – an Häusern und in Herzen. Keine leichte Kost, aber das macht die Erfahrungen rund um dieses Land für uns noch kostbarer.

Banja Luka

Unser erster Stopp führt uns nach Banja Luka, den Regierungssitz der Region Srpska und die zweitgrößte Stadt Bosniens. Die Grenze haben wir mit ein wenig Aufregung hinter uns gelassen: Die zwei Grenzbeamte hatten sich nicht abgesprochen und so gab uns der Erste zu verstehen wir sollten weiterfahren, der Zweite hingegen schrie uns darauf hin ein aggressives „STOP“ entgegen und stellte sich uns demonstrativ in den Weg. Anscheinend hatte aber Grenzer Nummer Eins das Sagen und Zwei lies uns dann doch vorbeiziehen. Für uns galt erstmal: Nichts wie weg bevor hier irgendjemand seine Meinung doch noch ändert. Als EU-verwöhnter Reisender machen mich Grenzen immer etwas nervös. Und die Grenze nach Bosnien ist meine erste „Nicht-EU“-Grenze.

Eine knappe Stunde später erreichten wir unser Ziel. Banja Luka! Die Stadt, bei der die weltbekannte Suchmaschine sofort ein „…Nightlife“ als Ergänzung vorschlägt. Kein Wunder, denn Banja Luka ist DIE Studentenstadt schlechthin und die Bosnier generell pflegen eine ausgiebige Bar- und Cafékultur zu zelebrieren.

Am letztjährigen Pecka Rock Climbing Festival hatten wir Freundschaft mit einigen der Festival-Veranstalter und gleichzeitig Mitglieder des Penjacki Club Extreme geschlossen und nun hatten Sie uns schon im Vorfeld angeboten, dass wir vor oder in der hiesigen Kletterhalle des Climbing Clubs, direkt in Banja Luka, campieren könnten. Ein Angebot, dass wir natürlich nicht ausgeschlagen wollten.

Zu unserer Verwunderung stellten wir fest, dass die Halle direkt auf dem Campus der Universität steht. Im Gegensatz zur Landesgrenze hatten wir aber Glück und der Pförtner ließ uns den Campus auch ohne Besucherausweis oder Ähnliches befahren. Er lief uns sogar noch einmal hinterher als wir die falsche Abzweigung nahmen und winkte uns fröhlich bis vor das gelbe Gebäude, in dem die liebevoll aufgezogene Kletter- und Boulderhalle zu finden ist. Definitiv ein außergewöhnlicher Stellplatz 🙂 Von der gegenüberliegenden Mensa wurden wir mit lauter Balkan-Musik und Feierstimmung begrüßt! Es wurde Hochzeit gefeiert!

In Bosnien und Herzegowina liegt das durchschnittliche Monatseinkommen bei 250–300 €.  So kommt es, dass Restaurant- und Getränkepreise sich am durchschnittlichen Landeseinkommen orientieren und somit – zumindest für uns –sehr erschwinglich sind. Die Lebenshaltungskosten sind allerdings fast genauso hoch wie bei uns in Deutschland – für die Einheimischen eine eher bescheidene Situation.

Vom Campus aus sind wir innerhalb weniger Fußminuten in der Innenstadt und laben uns nach Wochen des „Jeden-Cent-Umdrehens“ am reichhaltigen Ausgeh-Angebot. Eine Riesen-Limo für einen Euro, oder ein Bier für 1,50 €. Das scheint uns vertretbar.

In der Stadt blüht das Leben, an jeder Ecke gibt es Free WiFi, große Shoppingcenter laden zum Einkauf bei den großen Marken ein und die palastähnlichen Regierungsgebäude (Fotoverbot) prägen neben dem großen und wilden Vrbas-Fluss das Stadtbild. Wir verlieben uns sofort in diese Stadt.

Am nächsten Tag waren wegen eines großen Marathons mit Jedermann-Rennen praktisch alle großen Straßen in gesperrt und wir waren im Campus „gefangen“. Wie jetzt zum Klettergebiet kommen ohne in den einige Kilometer langen und stundenlang andauernden Stau zu kommen? Da gab es nur eine Lösung: Rucksäcke auf die Rücken hieven und sich der zwei gesunden Beine bedienen.

Die sechs Kilometer bis zum nächstgelegenen Klettergebiet führten uns einmal direkt durch die Innenstadt und damit parallel an der Marathonstrecke entlang! Überall gaben jubelnde Menschen ihr Bestes um die Läufer bei den annährend 30 Grad bei Laune zu halten. Die Terrassen der Cafés waren prall gefüllt und Applauswellen unterbrachen die angeregten Gespräche sobald wieder ein schwitzender, röchelnder Marathon-Teilnehmer über den flimmernden Asphalt gestolpert kam. Auch wir jubelten fleißig mit! Jung, alt, Männlein, Weibleib, halbnackt oder fast komplett verschleiert. Es schien so als würde die ganze Stadt bei diesem Event dabei sein wollen und die Läufer zeigten eine interessante Mischung aller Stadtbewohner.

Nach dem Gewaltmarsch kühlten wir uns Füße im Vrbas und verbrachten den Nachmittag eher in der Hängematte als am Fels. Das lag allerdings auch daran, dass ein kleiner fieser Skorpion einige Touren für sich beanspruchte! Neugierig nährten wir uns mit einem Stöckchen an das posierliche Tierchen an… und wurden sofort mit tausend Stachelhieben attackiert. Hier war klar wer der Boss war: Nicht wir.

Am Abend bekamen wir dann österreichischen Besuch in der Kletterhalle! David und Nina aus Wien waren angekommen.

Gemeinsam machten wir uns am folgenden Tag auf nach Kameni Most. Fast alle Klettergebiete liegen nur eine halbe Fahrstunde von Banja Luka entfernt. Vor den Toren der Stadt zieht sich der Tjiesno Canyon ins Land in dem auch dieses Jahr wieder das Drill & Chill Festival stattfindet.

David, mehr zu ihm in unserem Beitrag vom Pecka Rock Climbing Festival 2016, kennt praktisch jedes Blatt der Gegend und bringt uns Land, Leute und Fels mit spannenden Geschichten und Erzählungen im klassischen Wiener Schmäh näher. Kameni Most bedeutet soviel wie Brücke aus Stein und verspricht nicht zu viel. Der gewaltige Felsbogen ist bereits im Canyon gut sichtbar und nach 20 Minuten bergauf keuchen sind wir da. Wir staunen nicht schlecht als wir festsstellen, dass in dieser Gott verlassenen Gegend ein kleines Dorf liegt. Die sich hauptsächlich im Rentenalter befindenden Bewohner laufen praktisch täglich und zu jeder Jahreszeit den kleinen steilen Pfad hinab in den Canyon um sich mit dem Nötigsten zu versorgen – Essen auf Rädern? Nicht im Traum.

Direkt neben den Felsen steht der Dorfbrunnen. Die Kühe weiden auf der riesigen Blumenwiese. Ein richtiges Idyll! Aber leider erkennt man auf den zweiten Blick recht schnell, dass die Bosnier vom Naturschutz nicht viel halten. Zu sehr ist man hier noch mit anderen Dingen, mit „richtigen“ Problemen, beschäftigt um für Aufklärung und Engagement zu sorgen. So finde ich in meinem Starttritt ein benutztes Kondom und direkt vor dem Einstieg der wunderschönen 6b+ die sich steil gen Himmel streckt liegt ein ebenso schöner menschlicher Kothaufen. Guten Appetit.

Der Müll wird direkt von den Häusern die Klippen hinuntergeschmissen und so ist es keine Seltenheit, dass man am Einstieg der Touren so ziemlich alles findet wofür die Menschen keinen Bedarf mehr haben. Ob Badewanne oder Kalaschnikov – hier wird man fündig! Nach ein paar Griffen ist die Sauerei beseitigt und wir genießen perfekt eingebohrte Traumtouren.

Pecka Rock Climbing Festival 2017

Weiter ging es durch dieses schöne Land! Schon fast ein Pflichttermin war das Pecka Rock Climbing Festival 2017 für uns. Nicht nur weil die Touren lang, perfekt eingebohrt und wunderschön sind, sondern auch weil wir uns auf das kleine Dorf Baraci freuen dessen Bauersfrau uns immer mit selbstgebackenem Brot und  Kaymak (Wikipedia erklärt euch was das leckeres ist) versorgt. Alles wird gut mit ihrem Geschirrtuch abgedeckt und so kommt es, dass man gaaaanz leicht ein wenig Waschmittel-Aroma in der Brotkruste schmecken kann. Hach, ich liebe diesen Ort!

Bei der Ankunft gab es kein großes Hallo. Wir waren mal wieder die ersten und mutterseelen allein in den weiten des bosnischen Hinterlandes. So muss #Vanlife sein 🙂

Alle Touren warteten auf uns – und nur auf uns.

Schnell ab an den Fels! Hauptaufgabe Nummer 1: Jedes größere Loch sorgfältig nach Schlangen abchecken bevor man die Hand hineinsteckt. Bei einer 30 Meter Tour kann einen das ganz schön ins Schwitzen bringen. Die acht Kilometer Buckelpiste bis auf die nächste Landstraße die zum Krankenhaus in Mirkonijc Grad führt will man nicht zu oft befahren müssen. 😉

Am Abend gab es dann doch ein großes Hallo! Tobi und Tanja waren extra aus Nürnberg für das Kletterfestival angereist. Im Gepäck hatten sie vieles was wir schon jetzt an Deutschland vermissen: Brot, leckerer Brotaufstrich und Wurst. Gleich doppelt Grund sich mächtig zu freuen und die Ankunft mit Erdbeeren und dem guten „Nektar“ Bier zu begießen.

Weil die Veranstalter im Gegensatz zum Großteil der Bevölkerung Naturschutz doch Ernst nehmen und das Festival dem entprechend langsam Wachsen soll wurde dieses Jahr fast keine Werbung betrieben. So blieb es beim Pecka Rock Climbing Festival 2017 mal wieder herrlich familiär, mit weit unter 100 Teilnehmern.

Wir allerdings hatten schon in Slowenien dieses Event fleißig beworben: Nämlich bei unseren Münchner Campingplatz Nachbarn in Osp! Und so kam es, dass Christoph und Hanne unserem Ruf tatsächlich folgten und ihr Bus abends über die Schotterpiste in Richtung Festival-Wiese gerollt kam.

Bei der alljährlichen Disko mit elektronischem, verdammt abgefahrenem DJ-Set und Lagerfeuer wurde ordentlich gefeiert – das Freibier bewegte dann auch die tanzunwütigsten Beine. Die Diskokugel hing unter dem großen Überhang der die überdachte Tanzfläche darstellte. Der Bass wummerte so laut, dass ich regelmäßig einen Schritt zurückwich da ich das beklemmende Gefühl nicht loswurde, dass die Vibrationswellen den Fels schlicht und ergreifend auseinandernehmen würden und sich früher oder später große Brocken von der Decke lösen mussten. Während auf der oberhalb der Felsen liegenden Festival-Wiese von der Musik kaum etwas zu hören war, wummerte der Beat ab Felshöhe durch das ganze Tal und wurde durch die umliegenden Felswände noch verstärkt. Ich fragte mich amüsiert was wohl passieren würde, wenn sich jemand tatsächlich über den ohrenbetäubenden Lärm beschweren würde. Er könnte in der Dunkelheit nicht einmal feststellen woher die Dauerbeschallung kam. An sich aber auch eine wirklich deutsche Denkweise. Ich glaube kein einziger Bosnier würde jemals auf die Idee kommen sich wegen zu lauter Musik zu beschweren.

Am Sonntag zeigten sich alle ziemlich verkatert. Noch dazu hing der Nebel tief und dick in der Luft. Der andauernde Nieselregen hatte aus der Wiese eine Rutschpartie gemacht und die meisten Teilnehmer waren still und heimlich verschwunden. Als wir uns aus dem Bus quälten stellten wir erstaunt fest, dass wir nicht nur die Ersten gewesen waren sondern vermutlich auch die Letzten hier sein würden. Eigentlich wollten wir noch einige Tage in Pecka verbringen und selbst Kletterrouten einbohren. Das Material hatten wir bereits in Deutschland besorgt und Pläne geschmiedet. Ein kurzer Blick auf den Wetterdienst brachte allerdings Ernüchterung. Auch für die nächsten Tage war Dauerregen angesagt.

Es half nichts. Wir, Nina, Hanne und Christoph, sowie die zwei – wer hätte es gedacht – Wiener Judith und Martin packten unsere Sachen zusammen, warfen uns ins Auto und gaben Gas. Auf in Richtung Mostar! Der Süden versprach 30 Grad und strahlenden Sonnenschein.

Blagaj und Mostar

Der Süden überraschte uns mit seinem krassen Kontrast zum Norden des Landes. Nicht nur das Klima, sondern auch die Umgebung wirkte atemberaubend anders. Neben dem satten Grün- und Grautönen des Nordens fühlte man sich in Mostar mit seinen warmen Orange- und Gelbtönen und den trockenen Gebirgszügen wie in der Wüste. Eine weitere Überraschung: Ist der Krieg im Norden selbst in den Köpfen der jungen Nachkriegsgeneration kaum mehr spürbar, so sind die Kriegsnarben im Süden allgegenwärtig. Jedes zweite Haus ist mit Einschusslöchern übersäht. Am Wegrand des Blagaj-Canyons findet man Bauteile von alten Granaten. Die Statussymbole der damaligen Kriegsparteien wachsen seit eh und je noch höher und gewaltiger in den Himmel: So entsteht auf der einen Seite der Stadt eine prunkvolle neue Moschee während auf der anderen Seite der Stadt ein riesiges Kreuz auf einem Hügel thront.

Während wir in Banja Luka die jungen Studenten – die Nachkrieggeneration, die danach strebt Anschluss zum Rest Europas zu finden – kennenlernen durften, lernten wir in Mostar diejenigen kennen, die den Krieg miterlebt hatten. Diejenigen die bis heute unter den Erlebnissen von damals leiden und die, die manchmal ein oder schlimmer noch alle Familienmitglieder verloren hatten.

Das EkoCenter Blagaj, dass sich als gemeinnützige Organisation nicht nur für den Natur- und Tierschutz einsetzt, sondern auch für die Kriegsaufklärung von Kindern und Jugendlichen, sollte für die nächsten zwei Wochen unser Zuhause werden. Bestehend aus einem wunderschönen kleinen Biergarten – natürlich mit eigenem Grill für die leckeren Rostilij – und einer erstaunlich großen selbstgebauten Kletterwand liegt das EkoCenter malerisch vor dem Blagaj Canyon. Die Übernachtung kostete fast nichts, den Besuch von Eseldame Dolores und Baby-Esel Maya gab es umsonst. Die Mutti schmeißt Chris fast aus der Hängematte als sie beschließt ihr Weg würde jetzt direkt unter ihm entlang führen. Das Team ist herzlich und engagiert! Sanel, Dzevad, Adnan und Salih sind das Herz und die Seele des dortigen kleinen Kletterklubs, der erst seit letztem Jahr besteht. Alleine haben sie den gesamten Canyon erschlossen und 77 Routen eingerichtet. Die Begehungen kann man allesamt noch an einer Hand abzählen, doch gibt es schon jetzt eine stolze Anzahl an klasse Routen! Von geneigten Platten-Mehrsseillängentouren bis steilen Singlepitch-Routen an Tufas ist alles dabei! Besonders stolz ist man auf Salih‘s neuestes Projekt: Eine 40 Meter Tufa-Höhle vielleicht 8a, vielleicht 8b, die noch auf eine Erstbegehung wartet.

Na schon motiviert?

Dzevad klärt uns über die Gegend und die Mentalität der Menschen auf, wir trinken viel viel Bier zusammen. Oft erzählt er zu später Stunde von seiner Zeit als unfreiwilliger Soldat im Krieg, dann werden seine Augen eng und die Stirn legt sich in Falten. Wir schweigen alle und fragen doch soviel wie nötig. Denn Dzevad will darüber sprechen. Vielleicht um das Erlebte selber zu verarbeiten aber vor allem auch damit „so etwas nie nie wieder passiert.“
Werden die Gedanken zu düster reißt uns die kleine schwarze Katze „Tiger“ aus den Gedanken. Das Tier hat eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung und legt sich mit jedem anderen Tier an. Ob Maus oder hühnenhafter Hund. Sie würde wahrscheinlich nicht einmal vor einem Krokodil halt machen stellt Dzevad dann lachend fest, während Tiger sich verschmust an sein Bein drückt.

Die Blagaj-Jungs sind wahnsinnig motiviert und freuen sich über jeden der etwas zu IHREM Zuhause beitragen will. Ein toller Via Ferratta schlängelt sich durch das gesamte Tal und führt uns zu allen Sektoren. Hierbei ist zu erwähnen, dass hier futuristisch gedacht wurde. Die Zustiege zu den Sektoren sind eingerichtet, aber die meisten Felsen zu denen sie führen sind noch jungfräulich und warten auf engagierte Erschließer.

Denn genauso jung wie der Kletterklub ist das Kletterkönnen der „Blagajer“. Sie alle haben das Klettern erst vor kurzem für sich entdeckt und die meisten Menschen können damit noch gar nichts anfangen. Es braucht also engagierte Ausländer! Wie praktisch, dass wir Hakenmaterial dabei haben!

Salih, der Kopf der Gruppe und „the best Climber in Bosnian history!“ wie ihn die Anderen vorstellen, nimmt sich für uns Zeit und zeigt uns wie man einbohrt. Das wollten wir schon immer einmal machen! An zwei Nachmittagen entstehen so zwei Touren – nicht schwer, aber lang und schön.

Weil wir dem motivierten Dzevad und Sanel eigentlich so gut wie immer zu langsam sind, scheuchen sie uns mit einem ambitionierten „Hajde, Hajde“ „Schneller, schneller“ durch das gesamte Tal. Wir kommen aus dem Keuchen nicht mehr heraus. Mit knallrotem Kopf kommen wir im Sektor D an. Dort steht Dzevad und ruft einem seiner Kletterkumpels von unten zu: „Hajde. Hajde, Hajde!“ Klar, dass unsere erste Tour überhaupt „Hajde,Hajde“ heißt 😉

Die Rest-Days verbringt man in Blagaj am besten im naheliegenden Fluss beim Derwish-Kloster, welches mit unzähligen Bars und Restaurants direkt am Wasser aufwartet, oder man fährt mit dem Auto die paar Minuten bis nach Mostar. Die weltbekannte Stadt pulsiert und zwischen Touristen und Einheimischen schlängelt man sich durch die orientalisch anmutenden Gassen. Die berühmte alte Stein-Brücke von Mostar ist beeindruckend und man fühlt sich sofort in „Game of Thrones“ zurückversetzt. Damit sich niemand lebensmüde und sensationslüstern von der Brücke in den kleinen Fluß wirft, „patroullieren“ Bademeister auf der Brücke. Nun ja, sie setzen und stellen sich selbst so auf das Geländer als würden sie jeden Moment springen. Das passiert natürlich nie, wird aber regelmäßig angedeutet. Die Aufpasser sonnen ihr Ego in den erschrockenen Aufschreien der Touristen, die die Szene noch für echt halten. Stolz halten sie die nackte geschwollene Brust in jede ihnen zugerichtete Kamera. Ein Schauspiel sondersgleichen!

Der Abschied von diesem zauberhaften Ort fällt uns wahnsinnig schwer. Auch wenn wir wissen, dass wir nächstes Jahr wieder kommen. Mit mehr Bolts, mehr Zeit und noch mehr Motivation. Wir freuen uns auf Euch, Jungs!