Das getestete Produkt wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies wird meine Review nicht beeinflussen.

Lang ists her seit dem letzten Blogpost, doch wie war das nochmal? Was lange währt wird endlich gut? Schauen wir mal ob beim aktuellen Produkttest noch ein „gut“ herausspringt.
Bis jetzt habe ich immer auf die Nalgene Everyday-Flaschen geschworen und so war ich natürlich gespannt, ob die faltbare Silikonflasche die ich zum Testen erhalten habe, den Klassikern „das Wasser reichen kann“.

Das sagt der Hersteller („Outdoor Dept.“):

  • Einfach zusammenrollen wenn die Flasche leer ist. Mit dem angebrachten Band fixieren Sie die Flasche zusammengerollt oder nutzen es als Handschlaufe.
  • 650 ML Fassungsvermögen und die große Trinköffnung macht trinken, reinigen und nachfüllen einfach. Da bilden sich keine Rückstände oder ekeliger Schimmel! Spülmaschinenfest bis 100 Grad.
  • Die Flasche ist 100% dicht und kann auch über Kopf transportiert werden. Der Deckel verschließt die Flasche sicher.
  • Hochwertig hergestellt aus lebensmittelechtem LFGB und FDA zertifiziertem Silikon. BPA frei und ohne Plastikgeruch!
  • Die perfekte Trinkflasche für jede Gelegenheit, alle Sportarten sowie Reise, Schule und Kindergarten. Lassen Sie sich überzeugen!
  • UVP: 29,90 €

Nach dem obligatorischen Auskochen der Flasche habe ich Sie in meinen Rucksack geschmissen und auf Herz und Nieren getestet. Ob beim Wandern in der Fränkischen Schweiz oder beim Multipitch-Klettern in Österreich, die Flasche war für drei Wochen mein Begleiter und offenbarte alle ihre Stärken und Schwächen.

Zusammengerollt nimmt die Flasche recht wenig Platz in Anspruch

Die Stärken:

Sehr gut gefallen hat mir die Größe der Trinköffnung. Diese ist mit 4,5 cm einen Tick kleiner als die Standard-Öffnung der Nalgene Flaschen. So kippt man sich nicht das ganz Wasser auf den Latz sondern zielsicher in den Hals. Durch das weiche Silikon ist die Flasche auch für den Alltag robust genug. Mit Steigeisen würde ich sie aber nicht zusammen in einen Rucksack packen, dazu ist sie dann doch nicht stabil genug.
Dass sich die Flasche zusammenrollen lässt ist in meinen Augen eher ein nettes Gimmick als ein Kaufargument. Denn sind wir mal ehrlich: Ich packe mir immer eine volle Wasserflasche ein. Den Platz den diese wegnimmt muss ich also so oder so einplanen.

Die Schwächen:

Es gibt einen gravierenden Nachteil bei der Flasche, der sie für mich zu einem absoluten No-Go macht: Die Flasche nimmt sehr leicht und schnell Gerüche an. Das ist mir das erste mal beim Multipitch- Klettern aufgefallen, als nicht nur mein geschmiertes Brot nach Salami geschmeckt hat, sondern auch mein Trinkwasser… Nachdem ich keine andere Flasche dabei hatte, trank ich notgedrungen mein Salamiwasser. Hatte das Wasser in der Flasche wirklich den Geschmack der Salami angenommen? So richtig konnte ich das nicht glauben und so wusch ich wieder zu Hause die Flasche ordentlich aus und packte sie mit frischem Wasser gefüllt in einen Beutel mit geschnittenen Zwiebeln. Nach einer Nacht „durchziehen“ kostete ich das Wasser. Aus einem Glas getrunken schmeckte das Wasser neutral, direkt aus der Flasche getrunken jedoch extrem nach Zwiebel. Da Mund und Nase jetzt nicht soooo weit auseinanderliegen, sorgt der Geruch der Flasche für einen verfälschten Geschmack. Zum Glück hab ich nicht meine Boulderlatschen im Rucksack gehabt. Wie das Wohl geschmeckt hätte…?
Neben diesem Makel wirken die anderen Vergleichspunkte mit meinen Nalgene-Flaschen fast schon nebensächlich.
Die Faltflasche wiegt mit 193 g bei 650 ml Fassungsvermögen, trotz kleinerem Volumen, mehr als eine 1000 ml fassende Everyday (178,5 g; alle Gewichte auf einer geeichten Waage ermittelt). Der Deckel ist leider nicht mit der Flasche verbunden. Fällt dieser am Berg runter, kann man mit etwas Pech die Flasche gleich hinterher schmeißen. Eine Befestigung wäre sicherlich einfach und kostengünstig umzusetzen.
Desweiteren ist die Flasche durch das verwendete Silikon ein wahrer Schmutzmagnet und für einen UVP von 29,- € bekommt man schon drei 1000 ml Flaschen von Nalgene oder eine Edelstahlflasche mit gleichem Volumen.

Einmal nicht in die Tasche gelegt und schon ist die komplette Flasche schmutzig

Mein Fazit:

Für den Alltag mag die Flasche ganz praktisch sein (sofern íhr keinen Limburger im Rucksack mit euch rumtragt 😉 ), in den Bergen aber nicht wirklich zu gebrauchen. Der USP „zusammenrollbar“ macht in meinen Augen keinen der anderen, teilweise gravierenden Nachteile wett.

2 von 5 möglichen Edelweißen