Nachdem das tschechische Boulderfestival Padani kurzfristig vom Veranstalter abgesagt wurde (Das Gelände stand unter Quarantäne…) und der Wetterbericht für unser schönes Frankenjura Dauerregen prophezeite, entschieden wir (Viola, Tobi und ich) uns, spontan ins Ötztal zu fahren.
Nachdem wir am Freitag schon um 6:00 Uhr losgefahren sind (Anouk [unser WoMo LKW] braucht für den Weg einfach ein wenig länger) schlugen wir gegen 11:00 Uhr auf dem gemeinsamen Parkplatz der Klettergebiete Auplatte und Nösslach auf und gingen erstmal ein wenig Plattenschleichen. Sehr zur Freude von Viola… 😉

Tobi stellte sich als überraschend guter Schleicher heraus (lag sicher nur an den Schuhen und am Gewicht seiner Oberarme) und er konnte eine 6b und eine 6c Platte onsighten. Nachdem ich die 6b schon letztes Jahr durchgestiegen hatte, gönnte ich mir die 6c Platte und konnte sie im zweiten Versuch auch gleich durchsteigen. Die Sonne freute sich mit uns und schien fröhlich vor sich hin. Wer, wie Viola, keine Lust auf die Reibungsschlacht in den Platten verspürt, kann sich in den steileren Touren des Gebiets austoben – die Abschlussplatte bleibt allerdings auch in diesen Touren Niemandem erspart. Um den Tag perfekt zu machen zogen wir weiter in Richtung Nösslach, wo wir noch eine Rechnung mit einer traumhaften 6b (Odyssee) offen hatten. Als erprobter fränkischer Kletterer ist man ja so manches gutgriffiges Dächlein gewohnt. Trotzdem habe ich selten eine Route geklettert die so steil ist und dabei fast nur aus Henkeln besteht. Vorallem die letzten Meter – ein fast waagrechtes Riss-Dach – sind beeindruckend und stilvoll mit Heelhooks zu klettern. Zum Glück war schon etwas Form (bei mir zwar die einer unförmigen Qualle aber egal) vorhanden und wir konnten die Tour alle drei im ersten Versuch durchsteigen. Eine definitive Empfehlung falls ihr mal dort seid.

Nach ein paar anderen leichten Touren und vorgeplättet vom frühen Aufstehen machten wir uns auf nach Huben zum Campingplatz.

Essen machen, Radler trinken, schlafen gehen.
Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem leckeren Frühstück im strahlenden Sonnenschein auf zum Klettergarten Oberried, wo Viola ihr Projekt vom letzten Jahr (Marco Polo 6b) recht gemütlich klettern konnte.  Im Laufe des Tages fielen noch einige schöne Touren und Tobi konnte zum Tagesabschluss noch eine 6c+ Platte (Autobahn) klettern und war Stolz wie Bolle.

Nach einer warmen Dusche sparten wir uns das Kochen und gingen im Dorf ein legger Schnitzel essen. Satt und platt fielen wir in unser Bett und erwachten am nächsten Morgen wider Erwarten mit Sonnenschein. Eigentlich hätte es am Sonntag schon ab frühs regnen sollen. Uns war das ganz recht und wir packten unsere Sachen und machten uns auf zur Engelswand nach Tumpen. Dort konnten wir noch bis 14:00 Uhr klettern bevor der angekündigte Regen über uns hereinbrach und wir uns auf heim gen Nürnberg machten.
Alles in allem war es ein tolles Wochenende mit schönem Wetter und geiler Kletterei. Das wird sicher nicht der letzte Trip ins Ötztal gewesen sein 🙂